Styroporboxen – Alternativen zum Umweltsünder

Stapel benutzer Styroporboxen am Straßenrand

Styroporboxen aus EPS oder PE sind aufgrund ihrer vielen positiven Eigenschaften sehr beliebt. Insbesondere beim Versand von temperaturempfindlicher Ware spielen die Boxen ihre Stärken voll aus. Kaum verwunderlich also, dass Styropor mittlerweile der vierthäufigste Kunststoff auf der Welt ist. Aber wie sieht es mit der Umweltverträglichkeit des beliebten Materials aus? Dieser Artikel liefert Antworten und stellt gleichzeitig eine kunststofffreie Alternative vor.

Styroporboxen

Material und wichtige Eigenschaften

Der Kunststoffschaum aus dem Styroporboxen hergestellt werden, hat seinen Ursprung in Deutschland. In den frühen 30er-Jahren wurden mit Hilfe von Hitze und Wasserdampf Polystyrol-Kügelchen zum ersten Mal in Kunstoff gewandelt.

Styropor besteht aus expandiertem Polystyrol (EPS) oder Polyethylen (PE). Der Kunststoff ist geschmacks- und geruchsneutral. Weiterhin ist er wasserabweisend und besitzt eine gewisse Stossfeste. Außerdem ist er extrem leicht.

Seine vielleicht wichtigste Eigenschaft: Styropor wirkt temperaturisolierend!

Kleine weiße Styroporkugeln aus Polystyrol. Das Material aus dem Styroporboxen gefertigt sind.
Styropor besteht aus expandiertem Polystyrol (EPS) oder Polyethylen (PE).
Bild von Alicja auf Pixabay

Styroporboxen halten Waren über einen längeren Zeitraum kühl oder warm – abhängig vom Einsatzzweck. 

Kühleigenschaften von Thermoboxen aus Styropor

Frische oder tiefgefrorene Lebensmittel bleiben ab einen Wanddicke von 3 Zentimetern problemlos kühl. Mit  Kühlakkus oder Trockeneis gefüllt, eignen sich die Isolierboxen für den Standardversand von Lebensmitteln.

Einsatzzwecke

Aufgrund seiner beschriebenen Eigenschaften eignen sich Boxen aus Styropor ideal für den Transport und Versand von temperaturempfindlicher Ware, wie z.B. Lebensmittel oder Pharmaka.

Vorteile von Styroporboxen

  • Erstklassige Isolationseigenschaften
  • Niedriges Gewicht – die Boxen bestehen zu 98% aus Luft
  • Hohe Stabilität mit Polstereigenschaft
  • Thermoboxen entsprechen den lebensmittelrechtlichen Vorschriften

Nachteile von Boxen aus Styropor

  • Die Boxen benötigen auch unbefüllt sehr viel Platz, was hohe Lagerkosten verursacht
  • Bei geringer Lagerkapazität muss oft nachbestellt werden
  • Die Entsorgung ist aufgrund der notwendigen Zerkleinerung zeitaufwendig
  • Beim Zerkleinern verteilen sich die Styroporreste und müssen umständlich eingesammelt werden
  • Für die Produktion wird Erdöl benötigt

Styropor umweltfreundlich entsorgen – geht das? 

Styropor kann in Deutschland über den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne entsorgt werden. Rund 20% aller Verpackungen aus Styropor werden diesem System jährlich zugeführt. Das Problem dabei: Auf diesem Weg wird das Material nicht recycelt. Styropor gilt also als nicht recyclingfähig! Das Schweizer Portal für Natur- und Umweltschutz hat auf seiner Seite 10 weitere Gründe für den Verzicht auf Styropor aufgelistet.

Versandkartons mit EPS-Platten – eine Alternative?

Eine Alternative zu Thermoboxen die zu 100% aus EPS oder PE bestehen, sind Kartons aus Pappe die lediglich mit EPS-Platten ausgekleidet werden. Das macht die Versandkartons wesentlich flexibler in der Handhabung.

Weiße Platte aus EPS
Kartons mit EPS-Platten sind eine mögliche Alternativen zur Styroporboxen
Bild von jan mesaros auf Pixabay

Vorteile von EPS-Platten

  • Deutlich weniger Lagerplatz notwendig – EPS-Platten können platzsparend gestapelt werden
  • Flexibel durch individuellen Zuschnitt
  • Unproblematische Entsorgung – EPS-Platten lassen sich leichter zerkleinern

Nachteile der Hybridlösung

  • Das Zuschneiden kostet Zeit und verursacht somit zusätzliche Kosten
  • Schlechtere Isoliereigenschaft durch deutlich stärkere Zirkulation der Luft im Karton
  • Höhere Versandkosten bei Lebensmitteln mit vorgegebener Kühlkette durch notwendigen Expressversand
  • EPS-Platten werden wie Styroporboxen über den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne entsorgt und somit nicht recycelt

Isolierverpackung aus brauner Wellpappe mit 2 Jute Modulen, gefüllt mit Lebensmitteln (Eier, Milch, Joghurt und Käse). Eine Alternative zu Styroporboxen

Isolierverpackungen aus Jute – die umweltfreundliche Alternative

Material & Eigenschaften

Jute Boxen bestehen aus einem Karton aus Wellpappe. Dieser wird mit Jute Modulen ausgekleidet. Die Boxen bestehen also zu 100% aus natürlichen Rohstoffen, welche biologisch abbaubar bzw. kompostierbar sind. Bei Jute handelt es sich um eine feuchtigkeitsregulierende Faser mit guter Isoliereigenschaft. Hinzukommend beugt sie der Schimmelbildung vor.

Einsatzzwecke

Aufgrund der guten Isoliereigenschaften eignen sich Boxen mit einer Jute-Auskleidung besonders für den Versand von Lebensmitteln, Frischwaren, Delikatessen und auch Pharmaka. Mit entsprechenden Kühlakkus sind die Jute-Boxen sogar für den Versand von Tiefkühlprodukten geeignet.

Vorteile gegenüber Styropor

  • Gut lagerfähig durch die herausnehmbaren Jute-Module
  • Auch bei geringer Lagerfläche in größeren Mengen vorhaltbar
  • Ideal für den Versand von Lebensmitteln durch die Verwendung von rein natürlichen Materialien
  • Leicht zu entsorgen über das Altpapier und den Hausmüll bzw. die Biotonne
  • Herstellung ohne Erdöl
  • Umweltfreundlich durch die biologische Abbaubarkeit bzw. Kompostierbarkeit

Isolierverpackungen aus Jute stellen eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Thermoboxen aus PES oder PE dar.

Fazit

Styroporboxen galten aufgrund ihrer hervorragenden Isoliereigenschaften lange Zeit zu Recht als Mittel der Wahl wenn es um den Versand von Lebensmitteln ging. Die Entsorgung über den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne und die damit einhergehende nicht vorhandene recyclingfähigkeit sind hingegen unserer Ansicht nach problematisch. Isolierboxen aus Jute stellen daher aus unserer Sicht eine gute Alternative dar. Sie verfügen über ähnliche Eigenschaften wie Thermoboxen aus EPS, bestehen aber aus natürlichen Materialen. Das macht sie deutlich umweltfreundlicher.

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